Küche ist neuer Wohlfühlort

Dank vieler Spenden war eine umfangreiche Renovierung im Frauenhaus möglich

Sabine Emming, Leiterin des Frauenhauses Soest, ist froh, dass die Baustelle Frauenhaus nun abgeschlossen ist; aber es warten bereits die nächsten Sanierungsaufgaben.

Soest. „Jetzt ist es ein Raum zum Wohlfühlen!“ ist sich Sabine Emming, Leiterin des  Frauenhauses Soest, sicher. „Herzlichen Dank an alle, die gespendet haben. Die Küche ist unser neuer Dreh- und Angelpunkt, unser neuer Gemeinschaftsort!“

Die alte Küche, in der die Frauen auch für sich und ihre Kinder die täglichen Mahlzeiten zubereiten, war in die Jahre gekommen und musste dringend erneuert werden: das galt für die Küchengeräte genauso wie für Boden, Leitungen, Fliesen und Wände. In der Küche treffen sich die Frauen, essen zusammen, lachen und weinen gemeinsam.

Das Spendenprojekt „Eine neue Küche für das Frauenhaus“ konnte bis September 2018 realisiert werden, Restarbeiten zogen sich in den Oktober. Zweidrittel  der entstandenen Kosten konnten durch die allgemeine Spendenfreude beglichen werden - der Rest wurde von der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. beigesteuert - ein großartiger Erfolg.

Insgesamt 70 Spenden zwischen 15 und 3.000 Euro - von kirchlichen Gruppen, Männern, Frauen, Eheleuten, Firmen und Vereinen im Kreis Soest - kamen für dieses Projekt zusammen. „Der Erfolg hat uns überrascht, aber die Küche wird jetzt viel häufiger genutzt, es wird scheinbar rund um die Uhr gebacken, gebrutzelt und gekocht“, zeigt sich die Leiterin begeistert.

„Jetzt animiert der Ort die Frauen, zu dekorieren - auf die Fensterbänke kommen immer wieder frische Blumen - sogar Kräutertöpfe haben sich einige Frauen hingestellt.“ Dies zeige, dass die Frauen nach der erfahrenen akuten Gewalterfahrung in dem neugestalteten Raum wieder Augen für das Schöne im Leben haben.

Das Frauenhaus ist auch ein Kinderhaus. Im Jahresverlauf leben hier zwischen 70 und 80 Kinder im Alter bis 14 Jahren. Die Erfahrungen von häuslicher Gewalt haben erhebliche Spuren auch bei ihnen hinterlassen. Die Kinder benötigen im Frauenhaus Freiraum zum Kind sein, zum Erleben von Spaß und Vergnügen. Kontinuität und Verbindlichkeit sind wichtig, um der gewaltbedingten Verwirrung entgegen zu treten. Wenn Kinder sich im Haus wohlfühlen, erfahren sie, was sie eine Zeit lang vermisst haben: ein kindgerechtes Leben, Normalität und Geborgenheit.

Sicher, geborgen und kindgerecht sein - das muss der Spielebereich im Haus gewährleisten. Er ist für die Kinder im Haus der zentrale Anlaufpunkt - die Zuflucht in ein ‚normales Kind sein‘. Allerdings sind auch diese Räume in die Jahre gekommen, wurden stark beansprucht und müssen renoviert und umgestaltet werden. Das Frauenhaus  bittet daher um Spenden, um den Kinderbereich zu renovieren

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